tanz & theater
Stationen: Gründungsmitglied der freien Gruppe Tanz & soweiter, mit der zusammen insgesamt 5 Produktionen entstanden (u.a. Märchenhafte Zeiten und So wie So am Theater am Turm in Frankfurt); Akteur in Musik- und Sprechtheaterstücken des TAT Frankfurt; langjährige Zusammenarbeit mit der Choreographin Johanna Knorr; Musiktheaterprojekte mit dem Pianisten und Komponisten András Hamary.
Arbeiten und Auftritte in zeitlicher Reihenfolge (Auswahl):
HautDisTanz
Freies Tanztheater Frankfurt, Inszenierung Marie-Luise Thiele; mit Cèline Bräunig, Christian Golusda, Ricardo Pereira, Anastasia Jakovleva; Gallus Theater Frankfurt.
„Marie-Luise Thiele erarbeitet ihre Stücke stets entlang von Themen – ohne das Korsett zu eng zu schnüren….Freilich ist sie nie so brachial und auch nicht so politisch wie Johann Kresnik, für den sie einst tanzte. Sie saugt ihren Honig wie Pina Bausch überwiegend aus dem Privaten…“
Frankfurter Rundschau, 10. April 2010
„Entstanden ist eine Mischung aus Text und Tanz, mit vielen höchst reizvollen surrealen Szenen… Diesmal sind Decken, eine Zeltplane und vor allem Mäntel aus Pelz und Leder Spielmittel und Inspirationsquelle, in denen…. sich die Tänzer in geradezu außerirdische Wesen verwandeln - und uns umso deutlicher die Absurditäten unseres täglichen Umgangs mit der kostbaren Fühlhülle unseres Körpers vor Augen führen…“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. April 2010
„Das Resultat ist witzig, sensibel, einfallsreich, klug, auch spannend, technisch gekonnt, nie langweilig, oft in hübscher Weise zwischen Tanz und Tanztheater. Es lohnt sich…“
Frankfurter Neue Presse, 10. April 2010
Instinct – Intuition
Bewegte Körperinstallation von Yasna Schindler, im Rahmen der Ausstellung “Ein Platz für Tiere“; Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt.
Videoausschnitte: hier klicken
„Inmitten der Schau mit keramischen Tierobjekten aus der Sammlung ergibt das Bewegte neben dem Unbewegten zwangläufig einen schönen Kontrast, zumal „Gefäßkörper“ des Keramikkünstlers Bert Walter in den Vitrinen der Tänzer liegen und von diesen in ihre Bewegungen einbezogen werden. Zweifelsohne eignet sich das Museum für Angewandte Kunst besonders gut für solche interdisziplinären Projekte…“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Juli 2008
REST
Ein Stück nach Motiven von Samuel Beckett – mit Andrea Simon, Patrick Erni, Christian Golusda; Musik: András Hamary; Video: Andreas J. Etter; Licht: David Schecker; Produktionsassistenz: Fabio Stoll; Theater Landungsbrücken, Frankfurt.
„Es geht um alle möglichen Reste, vor allem aber die, die zuletzt übrig bleiben, wenn die Zeit gezählt ist, und man von dem, was man an Gütern erworben hat, so recht nichts mehr hat…
REST ist so gesehen auch eine Resteverwertung von Beckett, ein Spiel mit diesem Autor, mit seinen Metaphern und Texten, ohne je Imitat zu sein…“
Strandgut, September 2006
„Aus den bisweilen schon zum Zitat geronnenen Beckett-Sätzen wird, so um- und umgeschichtet, eine neue Geschichte …
Christian Golusda hat sich die Rolle des männlichen Winnie geradezu auf den zumeist in den Müllsäcken verborgenen Leib geschrieben … Dass die Beckettsche Starre eine quicklebendige und sehr geheimnisvolle Sache ist, glaubt man dem Mann im Müll am allermeisten.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Juli 2006
„Dieser REST ist aber auch rätselhaft, ein Stück mit vielen Leerstellen, wie hingetupft. Alle drei Figuren bleiben Schemen, der Mann mit den Möhren in der Aktentasche könnte pusselnder Beamter, aber auch etwas ganz anderes sein, die Tänzerin eine Sehnsuchtssgestalt des Alten … Auch der Tanz ist hier vor allem Stimmungsträger, hat eine nervöse Qualität in den Bewegungen des Mannes, etwas wispernd Verhaltenes bei der Frau. Er öffnet sich für Deutungen,Vermutungen, aber er fordert sie nicht. Ein still verspielter Rest-Abend …“
Frankfurter Rundschau, 22. Juli 2006
Feuer im Kopf
Solo für Waslaw Nijinski – mit Patrick Erni (Idee, Darstellung, Raum) und Christoph Becker (Oboe, Percussion); Musik: Christoph Becker; Texte: Zitate aus Nijinskis „Tagebuch“; Video: Patrick Erni und Sascha Koal; Theaterhaus TiG 7, Mannheim.
„Erni ist ein hellwacher, luzider Nijinski, der sich mit Eifer ebenso ans Schreiben seiner Tagebuchnotizen macht wie ans Tanzen … Ich ist auch hier stets ein anderer, was Golusdas Textcollage aus den Tagebucheintragungen Nijinskis klug unterstreicht … Es ist ein überaus rhythmischer Abend, dessen Spannung auch aus dem Wechselspiel zwischen Christoph Beckers Live-Musik und Patrick Ernis Tanz resultiert …“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2002
„Mit plausibler Zurückhaltung zeigen sie Nijinsky – Erni ist Darsteller des Solos – nicht als Tobenden, sondern als in seinen Wahnvorstellungen Gefangenen, Eingeschlossenen. Video und Live-Musik… sind gleichsam weitere Facetten des Kosmos im Kopf.“
Frankfurter Rundschau, 04.Mai 2002
Fernweh oder die Neue
Tanztheater mit Kindern für Kinder – Inszenierung: Johanna Knorr; Gallus Theater, Frankfurt; Gastspiel beim Kids Café Festival in New York 1999.
„Es ist ein Stück von Kindern für Kinder und Erwachsene, das es versteht, selbst 3jährige Zuschauer mehr als eine Stunde lang in den Bann zu ziehen …“
Frankfurter Rundschau, 9. Juni 1998
„Plötzlich aber wird es poetisch. Und die amüsanten Verse von Christian Golusda, der den Text für das Stück geschrieben hat, hören sich nicht mehr so ironisch an wie am Anfang, sondern eher zart und einfühlsam.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 7.Juni 1998
Regenzeit
Performance für zwei Männer mit Flügeln – Komposition u. Pianist: András Hamary; Flügelobjekte Allmut Plate; Lichtdesign und Stage-Management: Alexander Joseph; ECLAT – Festival Neue Musik, Theaterhaus Stuttgart
„Wie ein (geglücktes) Gedicht läßt sich die Inszenierung lesen, nicht nur, weil sie mit ebensolcher Ökonomie und Scheu vor dem Zuviel verfährt, sondern auch weil sie stets mehr anklingen läßt als das unmittelbar Gemeinte …“
Frankfurter Rundschau, 16.März 1998
„‚Regenzeit‘ erwies sich als zarte, naive Poesie von Männerhand, den beiden Akteuren András Hamary (Musik, Klavier) und Christian Golusda (Konzept, Video, Akteur) waren in jeder Hinsicht Flügel gewachsen …“
Main-Post, Würzburg, 9. März 1998
Bleu Mourant
Tanztheater – zusammen mit Johanna Knorr; Bühne: Henner Drescher; Gallus Theater, Frankfurt.
„Christian Golusda und Johanna Knorr öffnen in ihrer blauen Stunde „Bleu Mourant“ irgendwann zwischen nicht mehr jung und noch nicht alt die Türchen zur Vergangenheit. Ihr Schlüssel zum Glück ist die spielerische Leichtigkeit, mit der sie sich diesem ernsten Thema annähern …“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Februar 1996
Picknick im Kohlfeld
Tanztheater mit Kindern für Kinder – Choreographie: Johanna Knorr, GallusTheater, Frankfurt.
„Nach dem Gedicht ‚Flattertag‘ von Christian Golusda hat Johanna Knorr mit sieben- bis zehnjährigen Kindern das Tanzstück über Fremdenfeindlichkeit und weiße Arroganz inszeniert …“
Frankfurter Rundschau, 22. Nov. 1993
„In dieser Choreographie voller gegensätzlicher, leichtfüßiger und mitreißender Elemente hatte Johanna Knorr ihre Botschaft vom Miteinander trotz Andersartigkeit verpackt ….“
Mainzer Rheinzeitung, 4. Juli 1994
Grido
Performance nach Texten von P.P. Pasolini – Komposition: András Hamary; Tage für Neue Musik, Staatstheater Stuttgart, Kammerspiel.
„Zu einer entsprechenden Form der Präsentation von Musik und Literatur fand András Hamary mit „Grido“: Gemeinsam mit dem Tänzer und Choreographen Christian Golusda entwickelte Hamary eine Szene, in der Musik, Text und Tanz die Protagonisten eines umfassenderen dramatischen Ganzen sind: zu der Musik von Hamary werden Texte von Pasolini auf zwei Leinwände projiziert, in der Mitte bewegt sich ein Tänzer, real und gleichzeitig über Video vergrößert. Das Arrangement ist sehr sparsam, eine Schlacht der Mittel und Medien findet nicht statt, sehr wohl aber eine konzentrierte Komposition der drei Ebenen, die sich gegenseitig illustrieren, ohne sich jeweils zu verdoppeln …“
wdr3, Forum Neue Musik, November 1993
Sleepless Beauties
Tanztheater – mit Susan Batchelor, Patrick Erni, Stéphane Flechet, Margie King, Hans Richter; Choreographie: Johanna Knorr; Bühne: Henner Drescher; Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt.
„Das neue Stück nun schlägt ernstere Töne an, auch wenn es eine herrlich komische Négligé-Modenschau beinhaltet. Die vergebliche Suche nach dem Schlaf, so sehen wir, ist eine Qual. Zudem spricht das Stück des Menschen Urangst an, die Schlaf und Tod als Brüder sieht. „Bin ich schon im Himmel?“ fragt eine der Frauen. Die Antwort bleibt aus….“
Frankfurter Rundschau, 12. November 1992
Eiertänze – Dichterwort und Körpersprache
Tanztheater – mit Margie King, Johanna Knorr, Hans Richter; Choreographie: Johanna Knorr; Gallus Theater, Frankfurt.
„Texte von Robert Gernhardt, Ernst Jandl bis hin zu Bette Midler und Wilhelm Busch, Musik von Tom Waits bis Ennio Morricone bilden eine Tanz- und Wortchoreographie, die momentan gängige Klischees des Genres ausläßt und sich nicht nur einer intelligenten Wort- und Bewegungsmontage widmet, sondern auch vor politischen Bezügen nicht zurückschreckt …“
az, Stadtillustrierte, August 1991
„Die Zusammenarbeit zwischen der Tänzerin und Choreographin und dem Autor und Regisseur hat Bestand … Diese Qualitäten der sanften Hintergründigkeit und des ironischen Bisses bestimmen auch die „Eiertänze“, die aber weniger in tänzerischer Abstraktion umschrieben als sprachlich assoziiert und körpersprachlich artikuliert werden …“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Januar 1991
Weekend-Rondo
Tanztheater – mit Johanna Knorr und Winfried Vaassen; Choreographie: Johanna Knorr; Arena Theater, Frankfurt.
„Dieses Auf und Ab, Vor und Zurück ist gelassen und unspektakulär in Szene gesetzt, mit einem klaren Blick für die nuancenreichen und doch immer gleichen Vorgänge und einer ironisch-melancholischen Distanz dazu …
Ein intelligentes, darstellerisch überzeugendes Tanztheater.“
Frankfurter Neue Presse, 21. Mai 1987
„Dem drögen Gefühl, das sich beim Betrachten von anderer Leute Beziehungsknatsch gern einstellt, begegnen die Akteure mir ihrer leichtfüßigen Kunst: Tänzen voller Witz und Glut – und mit allerlei phantastischen Kurven, die der Erwarungshaltung entgegenlaufen …“
Pflasterstrand, Metropolen-Magazin, Nr. 264, 1987
Der Prozess des Pier Paolo Pasolini
Szenische Textmontage von Dietrich Stern – mit Georgette Dee, Christian Golusda, Martin Schurr, Dietrich Stern; Realisation: Eos Schopohl / Dietrich Stern; Theater am Turm, Frankfurt.
„Das Pasolini-Stück wurde ein Skandal: Allein das Aufzählen seiner Prozesse nahm zwanzig Minuten in Anspruch. Eine Stunde vor der Premiere wollte Peter [Hahn, Intendant des TAT] das Stück noch absetzen…“
Georgette Dee in: Gib mir Liebeslied (Editon Diá, 1992)
Die schöne Helena
Operette für Schauspieler von P. Hacks/ J. Offenbach; mit Lothar Kompenhans (Paris), Irmgard Paulis (Helena), Jens Weisser (Kalchas) u.v.a; Regie: Peter Hahn; Musikalische Leitung: Stefan Schädler; Choreographie: Vivienne Newport; Theater am Turm, Frankfurt.
Bild: Die schöne Helena / Christian Golusda, Finola Cronin, Florence Bonnefont / Foto: Walter Kranl
„… Orest, der Sohn des Agamemnon, wurde von Christian Golusda aus dem Frankfurter Ensemble Tanz & soweiter als debile Popper-Figur treffsicher gezeichnet…“
Hess. Rundfunk hr2, 3. September 1982
Märchenhafte Zeiten
Tanztheater – Gruppe Tanz & soweiter mit Marie-Luise Thiele, Johanna Knorr, Heide-Marie Böhm, Andrea Simon; Theater am Turm, Frankfurt.
Märchenhafte Zeiten / Tanz & soweiter / Foto: Dirk Zimmer / Johanna Knorr, Christian Golusda / Foto: Walter Kranl
„Möglichst viele Initiativen wie diese stehen dem Tanztheater-Entwicklungsgebiet Deutschland mit seiner oft so feierlich zelebrierten Biederkeit gut zu Gesicht …“
Münchner Abendzeitung, 3. Februar 1982
„Die Verantwortlichen des 3. Marburger Pantomimenzirkus wußten ganz genau, warum sie der freien Gruppe Tanz & soweiter aus Frankfurt die Abschlussveranstaltung in der Stadthalle einräumten: die fünf Akteure … setzten diesem Festival noch einmal ein Glanzlicht auf …“
Oberhessische Presse vom 20. Juni 1983